21. Januar 2019 Neue Empfehlungen für Fluoridgehalt von Kinderzahnpasten

Kinder ab zwei Jahren sollten die Zähne zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 1.000 ppm putzen. ©lagom/Fotolia

Professor Stefan Zimmer, Sprecher der Informationsstelle für Kariesprophylaxe (IfK) und Lehrstuhlinhaber für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke stellte die neuen Fluoridempfehlungen bei einer Pressekonferenz im Oktober 2018 in Berlin vor. Das einstimmige Ergebnis der Experten:Der Fluoridanteil in Kinderzahnpasten soll angehoben werden.

Vom ersten Zahn bis zum zweiten Lebensjahr

Wenn die ersten Milchzähnchen durchgebrochen sind, sollten Eltern diese zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge Kinderzahnpasta putzen, die einen Fluoridgehalt von 1.000 aufweist – oder alternativ zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge mit 500 ppm Fluoridgehalt. Die Zahnpasta sollte einen milden Geschmack haben.

Fluoridzufuhr bei Kindern von zwei bis sechs Jahren

Vom zweiten bis sechsten Geburtstag nutzen Kinder zweimal täglich eine erbsengroße Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm. Im Anschluss können sie die Zähne mit Erwachsenenzahnpasta pflegen (bis 1.500 ppm).

Umsetzung der Empfehlungen seitens der Hersteller

Laut den Experten soll die Industrie für eine einfachere Handhabung die Öffnungen der Zahnpasta-Tuben verkleinern und die Viskosität so anpassen, dass nicht zu viel Zahnpasta aufgetragen wird. Auch sollen die Verpackungen deutlich machen, wie viel Zahnpasta verwendet werden soll.

Kariesprophylaxe für die ganze Familie

Neben regelmäßigen Zahnarztbesuchen ab dem ersten Zahn sowie Hilfestellung und Kontrolle durch die Eltern bei der täglichen Zahnpflege empfehlen die Fachgesellschaften, fluoridiertes Speisesalz im Haushalt zu verwenden, sobald das Kind an der Gemeinschaftsverpflegung teilnimmt. Die enthaltenen Fluoride wirken im Mund und schützen so bereits während dem Essen vor Karies. Im Speichel entfalten sie sogar noch für einige Zeit nach dem Essen ihre Wirkung. Wenn das Kind, aufgrund eines vom Zahnarzt diagnostizierten hohen Kariesrisikos, Fluoridtabletten einnimmt, sollte jedoch zusätzlich kein Fluoridsalz verwendet werden.