Gesunde Kinderzähne von Anfang an: So gelingt Zahnpflege spielerisch
Die Basis für gesunde Zähne wird bereits in den ersten Lebensmonaten gelegt. Doch viele Eltern sind unsicher, wann Zahnpflege beginnen sollte und worauf es in den verschiedenen Entwicklungsphasen ankommt. Die Informationsstelle für Kariesprophylaxe (IfK) klärt auf.
Früh anfangen lohnt sich
Zahnpflege beginnt nicht erst mit dem ersten Zahn. Bereits im Säuglingsalter kann die Mundpflege in die tägliche Körperpflege integriert werden – etwa durch das sanfte Reinigen oder Massieren des Kiefers mit einem Waschlappen oder Fingerling. „Kinder gewöhnen sich so früh an die tägliche Mundpflege und erleben sie ganz selbstverständlich als Teil ihres Alltags“, erklärt Anastasia Wachtel, Beirätin der IfK und Fachzahnärztin für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf. Auch die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen sollten Eltern wahrnehmen. Diese sind seit 2026 im gelben U-Heft dokumentiert und helfen dabei, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
Sobald der erste Milchzahn durchbricht, sollte zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm geputzt werden. Erhält das Kind Vitamin-D-Tabletten mit Fluoridzusatz, empfiehlt sich bis zum ersten Geburtstag eine fluoridfreie Zahnpasta. Dabei dürfen Kinder die Zahnbürste zunächst spielerisch kennenlernen und selbst ausprobieren – gründlich nachputzen sollten Eltern jedoch immer.
Spielerisch lernen und gemeinsam üben
Im Kindergartenalter entwickeln Kinder zunehmend Freude daran, ihre Zähne selbst zu putzen. Bewährt hat sich dabei die sogenannte KAI-Systematik: zuerst die Kauflächen, dann die Außenflächen in kreisenden Bewegungen und schließlich die Innenflächen von Rot nach Weiß ausfegen. Verwendet wird ab zwei Jahren zweimal täglich eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid. „Eltern sollten ihre Kinder beim Zähneputzen begleiten und bis etwa zum achten Lebensjahr nachputzen – also ungefähr so lange, bis das Kind flüssig schreiben kann“, so Wachtel.
Auch die Reinigung der Zahnzwischenräume gewinnt früh an Bedeutung. Sobald die Zähne eng beieinanderstehen, meist ab einem Alter von zwei bis drei Jahren, sollte einmal täglich Zahnseide verwendet werden. Kindgerechte Zahnseidehalter können die Anwendung erleichtern.
Motivation spielt dabei eine entscheidende Rolle. Gemeinsames Zähneputzen, feste Rituale und Eltern als Vorbilder helfen vielen Kindern, die tägliche Zahnpflege positiv wahrzunehmen. Auch spielerische Elemente wie Lieder, Bücher, Apps oder das Lieblingskuscheltier können unterstützen. Manche Kinder lassen sich motivieren, wenn sie ihre Zahnbürste selbst aussuchen dürfen oder das Putzen einmal an einem ungewöhnlichen Ort wie auf dem Sofa oder im Bett stattfindet. Lob und kleine Erfolgserlebnisse fördern zusätzlich die Freude an der Zahnpflege.
Besondere Aufmerksamkeit bei bleibenden Zähnen
Mit dem Durchbruch der bleibenden Zähne verändert sich auch die Zahnpflege. Dann sollte auf eine Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid umgestellt werden. Weiterhin gilt: Mindestens zweimal täglich gründlich putzen und die Zahnzwischenräume reinigen. Gerade die neu durchbrechenden Backenzähne im hinteren Mundbereich sind oft schwer erreichbar und benötigen besondere Aufmerksamkeit. Diese lassen sich besonders gut erreichen, indem die Kinder dort quer putzen. Tragen Kinder oder Jugendliche eine Zahnspange, ist eine individuell angepasste Zahnpflege besonders wichtig. Spezielle Bürsten oder Mundspüllösungen unterstützen dabei, Beläge rund um Brackets und Drähte gründlich zu entfernen.
„Eine gute Mundhygiene von klein auf schafft die Grundlage dafür, dass Kinder auch im Erwachsenenalter gesunde Zähne behalten“, betont Wachtel. Regelmäßige Zahnpflege, Fluoride, zahngesunde Ernährung und zahnärztliche Kontrollen bleiben dabei die wichtigsten Bausteine der Kariesvorbeugung
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Anastasia Wachtel, Beirätin der Informationsstelle für Kariesprophylaxe und Fachzahnärztin für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf
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