15. April 2019 Fluoridfreie Zahnpasten fallen bei Öko-Test durch

Neue Fluoridempfehlungen für Kinderzahnpasten

Nach neuen Empfehlungen sollen auch Kinderzahnpasten schon 1.000 ppm Fluorid enthalten ©pgaborphotos/ Shutterstock.com

Öko-Test hat im März und April rund 400 Zahnpasten getestet. Während Kinderzahnpasten ohne Fluorid nicht per se abgewertet wurden, fielen fluoridfreie Erwachsenenzahncremes durch.

In der Märzausgabe veröffentlichte Öko-Test bereits die Testergebnisse für Kinderzahnpasten. Fluoridfreie Produkte konnten hier ebenso gut abschneiden wie solche mit Fluorid. Die Tester forderten stattdessen den Hinweis auf der Tube, dass Fluorid in diesem Fall über andere Quellen zugeführt werden muss. Die Redaktion verweist in dem Beitrag zwar bereits auf die neuen Fluoridempfehlungen für Kinder, jedoch richten sich die Ergebnisse noch nach der wissenschaftlichen Leitlinie zur Kariesvorbeugung aus dem Jahr 2013. Die zahnärztlichen Fachgesellschaften hatten sich Ende 2018 auf die Verdopplung des Fluoridgehalts von 500 auf 1.000 ppm (parts per million) geeinigt. Zusätzlich sollten Kinder ab dem Zeitpunkt, an dem sie an der normalen Familienverpflegung teilnehmen, zusätzlich fluoridiertes Speisesalz erhalten. Die neuen Empfehlungen finden Sie hier.

Erwachsenenzahnpasten

Für die Aprilausgabe nahm Öko-Test die Erwachsenenzahncremes genauer unter die Lupe. Das Ergebnis: Fluoridfreie Produkte wurden mit „mangelhaft“ bewertet und Zahnpasten mit einem Fluoridgehalt unter 1.000 ppm herabgestuft. Vor allem Naturkosmetikprodukte sind oft frei von Fluorid (51 von 85 fluoridfreien Zahnpasten im Test). Auch in diesem Test waren die Empfehlungen der 2018 abgelaufenen und damit nicht mehr gültigen Leitlinie ausschlaggebend – es wird jedoch bis Ende 2019 mit einer Aktualisierung gerechnet.  

Tipps für den Zahnpastakauf

Öko-Test empfiehlt 116 Zahnpasten mit einem Fluoridgehalt mit 1.000 bis 1.500 ppm, welche aufgrund ihrer „einwandfreien Inhaltsstoffe“ die Gesamtnote „sehr gut“ erhielten, sowie 27 Produkte mit der Note „gut“. Beim Kauf sollten Verbraucher darauf achten, dass Fluorid auf der Zutatenliste steht. Die Konzentration sollte möglichst 1.450 ppm betragen. Von Produkten mit Natriumlaurylsulfat (Sodium Lauryl Sulfate) sowie Zahnpasten für weißere Zähne raten die Tester ab. Falls Kinder fluoridfreie Produkte verwenden, muss der Fluoridbedarf anderweitig gedeckt werden. Wo Fluorid enthalten ist und warum es Karies vorbeugt, erfahren Sie hier.

Die Ergebnisse sind online unter www.oekotest.de/111632 abrufbar.