16. August 2011 Aktuelle Studie bestätigt: Weniger Karies durch fluoridiertes Speisesalz

Weniger Karies durch fluoridiertes Speisesalz

Weniger Karies durch fluoridiertes Speisesalz

Eine aktuelle Studie der Universität Marburg bestätigt den Rückgang von Karies bei Schulkindern. Neben einer gründlichen Zahnpflege sowie regelmäßiger zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen spielt vor allem die lokale Anwendung von Fluoriden - zum Beispiel mit fluoridiertem Speisesalz - eine wichtige Rolle bei der Kariesvorbeugung.

Deutschland zählte in den 80er Jahren zu den Industrieländern mit der höchsten Kariesrate. In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Bundesrepublik deutlich verbessert.

Wissenschaftler der Abteilung für Kinderzahnheilkunde der Universität Marburg untersuchen seit 1994 regelmäßig den Zahnstatus von Schulkindern in den Altersklassen 6-7 Jahre, 12 und 15 Jahre in Deutschland und bestätigen: In allen drei Altersstufen tritt heute deutlich weniger Karies auf. Besonders stark verbessert haben sich die Zähne der Zwölfjährigen. Rund zwei Drittel von ihnen weisen heute ein naturgesundes bleibendes Gebiss auf.

In einer Studie mit 1.532 drei- bis vierjährigen Teilnehmern gingen die Marburger Wissenschaftler nun der Ursache für die besseren Zähne der Kleinen auf den Grund. Dabei wurde der Kariesindex DMF-T/S angewandt, der als internationales Maß für den Kariesbefall gilt. Der Index gibt Auskunft über kariöse, gefüllte und auf Grund von Karies fehlende Zähne. Die Wissenschaftler untersuchten unter anderem die Wirksamkeit von fluoridiertem Speisesalz zur Kariesprophylaxe. Das Ergebnis: Kinder aus Familien, die zum Kochen fluoridiertes Speisesalz verwenden, haben gesündere Zähne im Vergleich zu Kindern aus Familien, die nicht-fluoridierte Salze verwenden.

„Der Einsatz von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt ist sehr einfach und zudem preiswert. Das Salz erhöht die Fluoridkonzentration im Speichel, weil es vor dem Verschlucken direkt auf die Zahnoberfläche einwirkt. Diese Wirkung kann bis zu einer halben Stunde anhalten und damit die tägliche Zahnpflege mit fluoridhaltiger Zahnpasta optimal ergänzen“, erläutert Prof. Dr. Stefan Zimmer, Sprecher der Informationsstelle für Kariesprophylaxe und zahnmedizinischer Experte an der Universität Witten/Herdecke.

 „Gerade das Milchgebiss ist besonders pflegebedürftig. Denn gesunde Milchzähne sind nicht nur für die Nahrungsaufnahme von Bedeutung. Sie sind auch für die Sprachentwicklung und das Kieferwachstum wichtig und dienen außerdem als Platzhalter für die bleibenden Zähne“, erklärt Professor Zimmer weiter. „Eltern sollten rechtzeitig mit dem Durchbruch des ersten Milchzahns gegen Karies vorbeugen“. Dazu gehören nach Ansicht des Experten neben einer gesunden Ernährung die gemeinsame Zahnpflege sowie die Verwendung von fluoridhaltigen Zahnpasten und das Kochen mit fluoridiertem Speisesalz. Auf diese Weise lässt sich das Kariesrisiko deutlich senken.

Quellen:

Yüksel (2010) Karieserfahrung bei Kleinkindern - Korrelation zu verschiedenen Ernährungs- und Prophylaxeparametern; med. Dis.

Pieper (2010) Epidemiologische Begleituntersuchung zur Gruppenprohylaxe 2009. Gutachten. DAJ, Bonn